Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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ſamkeit und gelehrter Eigenduͤnkel, Scepticlsmus, Irreligion auf der einen Seite; Starrſinn, Trägheit, Abſcheu vor Selbſtdenken, Unwiſſenheit, Aberglaube, Vorurtheil und nicht ſelten auch hierarchiſche und weltli⸗ chePolitik an der Form der Religion auf der andern Seite kuͤnſteln, um ſie nach eigenen Abſichten zu bilden, ſo muß ſie nothwendig ſehr verunſtaltet werden. Laßt es auch ſeyn, daß nicht alle Streiter von dieſen veraͤchtlichen Fuͤhrern geleitet werden. Es mag allerdings wahr ſeyn, daß Freymuͤthigkeit, Aufricheigkeit, Trieb zum Selbſtdenken, gereinigte und gelaͤuterte Vernunft, warmer Eifer fuͤr Wahrheit, Muth ſie zu bekennen, die edelſte Rechtſchaffenheit, eben ſo oft bey der einen Partey die Bewegungsgruͤnde zu ſo genannten Neologien ſind, als von der andern Ehrfurcht und Liebe gegen Gott, richtige oder mangelhalfte Ueberzeugung, weiſe Vor⸗ ſicht, gruͤndliche Ueberſicht des Ganzen, die andere Partey zur Vertheidigung der angegriffenen Meynung antreiben: ſo bleiben die Folgen dieſes Streits fuͤr ächte Religionskenntniß immer gleich nachtheilig. Keine Partey wird jemals die andere ganz beſiegen, obgleich bald die eine bald die andere die unterdrückte ſeyn wird. Man wird alſo nie aufhoͤren ſich zu verfolgen, ſo bald man Macht genug hat, nie aufhoͤren, ſich ent⸗ weder zu verdammen, oder zu verſpotten und zu ver⸗ achten. Toleranz, von welcher man ſo viel ſpricht, ohne ſie zu kennen, wird Same neuer Intoleranz werden. Der Neologe, wenner der Staͤrkere iſt, wird ſo gut verfolgen, als der Altgläubige. Ketzerriecherey und Ketzerhaß, Sucht, Wahrheit und Irrthum laͤcher⸗

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