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werde ich fuͤrchten muͤſſen, da ich weder alles glaube, was die eine zu glauben befiehlt, noch alles laͤugne, was die andere verwirft. Es ſteht indeſſen nicht in meiner Macht, etwas fuͤr wahr anzunehmen, was ich nicht als wahr erkenne. Ich halte es nun einmal fuͤr unmoͤglich, die Offenbarung ſo zu moderniſiren, daß ihr Vor⸗ trag zugleich in die chriſtlichen Kirchen und in den neu aufgefuͤhrten Tempel der Vernunft paßt, ſo viel Muͤhe man ſich auch giebt. Entweder muß man, nach meiner Einſicht, die ſo genannte Offenbarung, als Fabel ganz verwerfen, und ſich bloß an dasjenige halten, was man in un⸗ ſern Zeiten Vernunft nennt, oder man muß glauben, daß dieſe Offenbarung Lehren enthaͤlt, von welchen unſere ſich ſelbſt uͤberlaſſene Ver⸗ nunft nichts weiß. Man allegoriſire, man ak⸗ kommodire, man exegeſire, es iſt vergeblich beyde unter einerley Geſichtspunkt zu bringen. Wenn meine Vernunft allein gilt, ſo bleibt das Ueberſinnliche in der Offenbarung unwahr, ich mag es drehen und wenden, wie ich will.
Allein eben ſo wenig halte ich es fur ſuͤndlich und ſtrafbar, wenn ein oder der andere alte Gothi⸗ ſche Schmuck des ehrwuͤrdigen Tempels der Religion, die wir bekennen, abgebrochen, als unverſtaͤndig verworfen, und dieſer Tempel in dem richtigern Geſchmack des Wahren und des Edlen verziert wird. Nur der Grund muß un⸗
er⸗


