Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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bevor Ihr urtheilt, geht und ruft Eure Weiber, die Mütter Eurer Kinder herbei, vor ihnen will ich meine Sache führen. Sie werden meine That zu würdigen wiſſen.

Hört nicht auf ſie! rief eine Stimme aus der Mengelaßt Euch nicht noch einmal von der Schlange berücken! Lieber ſteinigt ſie, die Mörderin!

Und wie ein hundertförmiges Echo dröhnte der unheilvolle Ruf nach. Die ganze eine Zeitlang nieder⸗ gehaltene Aufregung brach wieder hervor und wandte ſich gegen das unglückliche Weib. Sie ward herabge⸗ riſſen und unter Flüchen und Verwünſchungen fortge⸗ ſchleppt.

Zetzt öffnete ſich das Thor des Teynhofes und Wenzel Prohaska mit ſeinen Beiſitzern und mehreren Dienern erſchienen und warfen ſich der eigenen Gefahr vergeſſend, beſchwörend unter die Menge. Umſonſt. Un⸗

aufhaltſam fluthete der empörte Strom dahin, die arme

Gefangene mit ſich reißend. Widerſtandslos ihr ſchreiendes Knäblein feſter an den Buſen preſſend, ließ ſie ſich fortſchleppen vor das nächſte Thor, wo der Ruf:ſteinigt ſie! ſteinigt ſie! von Neuem erklang und heulend nachklang. Zu Boden geworfen, bedeckte ſie ihr Kind mit ih⸗ rem Leibe, und gab ihren Rücken dem angenblicklich ſich