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„Was willſt du unter meinem Dache, du Kind des Unheils?“ redete er ſie mit düſterm Blick an.
„Ich will dich und durch dich dein Volk warnen, daß wieder einer jener Stürme im Anzug iſt, mit wel⸗ chem Ihr von Zeit zu Zeit in der Fremde heimgeſucht werdet. Vielleicht, eh' die Sonne zweimal untergeht, raſt eben wilder Chriſtenpöbel gegen Alles, was Iſrael heißt, und ſucht in Eurem Blut Eure Schätze.“
„Schätze!“ ſchrie Ben Baruch—„Du Gott Abrahams! wo ſind hier Schätze! Sind wir doch das Aermſte unter den Völkern der Erde!“
„Ich ſage dir, Ben Baruch, das Volk von Prag weiß, daß du ebenſo reich an irdiſchem Gut biſt, wie arm an Frieden deines Herzens— birg deine Schätze und ſichere dein Leben, denn beide ſind in Gefahr.“
„In Böhmen herrſcht das Geſetz,“ erwiederte Ben Baruch,„das Sechsmänneramt wacht über die Sicherheit von Prag für Chriſten wie für Juden.“ „Ich ſage dir, das Schiff dieſer Sicherheit treibt
einer Klippe entgegen, an der es zerſchellen kann, bevor
die Sonne zum zweiten Mal untergeht. Die Augen des Sechsmänneramtes ſind matt geworden, ſeit ſein ober⸗ ſter Hüter fehlt, und ich habe vergebens verſucht, den Nebel darin zu zerſtreuen. Darum noch einmal: bring' Israel dein Gut und dein Leben in Sicherheit.“
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