—
Neumond— morgen hoffte er ja das Zaubermittel von ihr zu erhalten, das ihn an das Ziel ſeiner Wünſche bringen ſollte— wenn ſie ihn nun als Räuber ihres Kindes erkannte, wie konnte er noch auf ihre Hülfe rechnen?
„Nun, mein tapferer Ritter?“ fragte Kunigunde und ſah ihn dabei mit einem Blick an, der alle Beden⸗ ken verſcheuchte.
„Ich bin bereit!“ erklärte er.
„So eilt!“ gebot ſie,„wir haben vielleicht keine Minute zu verlieren.“—
„Laßt mich Euch zuvörderſt aus dem wilden Loche hinausgleiten bis zu unſern Pferden, damit wir dann, wenn ich das Kind habe, ſogleich davoneilen können.“
„Ich finde mich ſchon allein hinaus— holt nur ſchnell das Kind!“—
„Aber— wenn die Hündin— ſie ſah mich mit ſo ſeltſamen Augen an, wie ich noch bei keiner Hündin geſehen—“
„Ihr wähnt doch nicht etwa, daß ſich die Mutter des Kindes in die Hündin verwandelt habe?“
„Sie gilt für eine große Zauberin—“
„Schämt Euch, Ritter! Wie mögt Ihr an ſolch Ammenmärchen glauben! Heißt es nicht von meinem


