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gung zu bringen. Noch einmal wollte ſie die Güte bei der Zauberin verſuchen, dann aber, wenn es nicht anders ging, zur Gewalt ſchreiten. Sie rief einen Diener und trug ihm auf, ſchleunigſt nach der Stadt zu gehen, Herrn Hynek von Lichtenburg aufzuſuchen und wo er ihn auch fände zu ihr zu beſcheiden.
Zwei lange Stunden verſtrichen bis der Diener wieder kam. Herr Hynek folgte ihm auf dem Fuße.
„Es iſt gut, daß Ihr kommt,“ rief ihm Kunigunde entgegen.„Ich rechne auf einen großen Dienſt von Euch: Ihr ſollt mein Ritter auf einem ſchweren Gange ſein,“ und ſie winkte ihm ſogar ſich neben ihr niederzulaſſen.
Es war ihr Bedürfniß zuvörderſt ihr Herz etwas zu erleichtern. Und ſie that es, indem ſie ihm Alles er⸗ zählte, was ſich vor zwei Stunden zwiſchen ihr und ih⸗ rem Sohne zugetragen hatte. Dabei berührte ſie mehr als einmal in der Erregtheit Hyneks Hand, ja ohne recht zu wiſſen was ſie that, vielleicht auch doch etwas aus Berechnung, ließ ſie bei ein paar Stellen ihrer Rede ihre Linke auf ſeinem Arm ruhen. So etwas war dem verliebten Zuhörer noch nicht widerfahren. Kein Wun⸗ der wenn er darin eine Aufmunterung ſeiner Werbung fand dieſe bewundernswürdige Hand an ſeinen Mund zu führen, und wenn er, als ſie das duldete, zu ihren Füßen ſtürzte und unter Betheuerung ſeiner Ergeben⸗


