Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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Gemahls ihrer ſelbſt ihres Kindes ein Gedanke flog ihr durch den Kopf ſie ſtürzte dem Sohne nach.

In der Treppenhalle erreichte ſie ihn, erfaßte ihn und zog ihn mit aller Anſtrengung ihrer Kräfte in ihr Gemach zurück. Hier umſchlang ſie ihn, küßte ihn, weinte, haſchte nach beſänftigender Rede und log, log, nein ſo viel aus Angſt, Sorge und Leidenſchaft gelogen wird. Sie klagte ſich an, als wäre ſie an Allem ſchuld, als hätte Zawiſch vor ſeinem Fortgang ihr auf⸗ getragen die Sache mit der Kirche abzumachen, und hätte ſie in ihrer Bangigkeit um ihn vergeſſen, den Auf⸗ trag zu vollziehen. Dann beſchwor ſie den König, ihr nur noch drei Tage Zeit zu laſſen, in dieſer Friſt wolle ſie die Kirche zufriedenſtellen. Sie habe die Mittel dazu in Händen Zawiſch habe ſie ihr gegeben ſie wolle nicht ſeine, des Königs, Mutter ſein, wenn ſie das Ju⸗ denkind der Kirche, der es gehöre, nicht wieder zuſtelle.

Die Aufregung Wenzels hatte ſich gelegt; er wurde weich, bat die Mutter für ſein ungeſtümes Be⸗ nehmen um Verzeihung und willigte in die dreitägige Friſt.

Beſchwichtigt verließ er Kunigundenluſt.

Kunigunde aber blieb in tiefſter Eerrgung zurück. Sie war entſchloſſen die unſelige Geſchichte zur Erledi⸗