Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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ter über die eben verhandelte Angelegenheit Rückſprache zu nehmen.

Kunigunde war zu ſehr von der ſchmerzlichen Sehnſucht nach ihrem Gemahl beherrſcht, als daß ſie dem Gedanken an das Judenkind in dieſer Zeit Raum gegeben hätte. Dieſes war bei ihr ſo ziemlich in Ver⸗ geſſenheit gerathen. Erſt jetzt wurde ſie durch ihren Sohn wieder daran erinnert. Wenzel machte ihr wei⸗ nend Vorwürfe, daß ſie ihr Wort noch nicht gehalten, und wehklagte, daß er kein Herz auf der Welt habe, welches es ganz gut mit ihm meine. En kam auf ſeine Kindheit zurück, wo ihm ſchon nach dem Leben getrach⸗ tet worden und er der Spielball grauſamer Feinde des Landes geweſen. Aber fügte er hinzu, obgleich man ihn gefangen hinweggeführt in ein fremdes Land und ge⸗ halten wie das Kind eines gemeinen Bauern, ſo ſei er doch nicht ſo elend geweſen wie jetzt als König; denn damals ſei er mit Gott im Frieden geweſen. Jetzt aber hätten die, deren Pflicht es wäre, alles Böſe von ihm fern zu halten, es förmlich darauf angelegt ihn zum unglückſeligſten Menſchen, zu einem Feinde der Kirche zu machen. Das ſolle ihnen aber nicht gelingen. und ſollte er oder ſollten ſie dabei zu Grunde gehen.

Kunigunde erſchrack weniger über die Vorwürfe ihres Sohnes gegen ſie ſelbſt als über die herben, wenig