Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
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Größe ihrer Liebe, und wenn er nach bieſer Größe ihren Schmerz in jenem doch ſo leicht möglichen Falle maß, ſo mußte ihm das Herz bei der Frage wie ſie's ertragen ſollte.

Aber er durfte nicht in weibiſche Thränen zerfließen, er mußte der ſtarke Mann bleiben, der auch den Schmerz des Weibes in ſeine Schranken zurückwies. Er mußte ſich gefaßt und voll Hoffnung zeigen, damit auch ſie ſich faſſe und aufrichte zu fröhlichem Hoffen. Und plötzlich kam der dichteriſche Geiſt über ihn, der hob ihn mit Macht über das Weh des Augenblicks und ließ ihn die faſt vermeſſenen Worte ſprechen:

Sei getroſt, mir ſagt's der Geiſt, daß ſich das Geſchick meines Lebens noch nicht erfüllt. Noch iſt das Große nicht gethan, zu deſſen Vollendung mich Gott berufen. Nur der Acker iſt beſtellt und der Samen in die Furchen geſtreut, es fehlt noch viel Arbeit bis zur Reife der Saat und ihrer Ernte. Gott wird ſeinen Ackersmann nicht abrufen vor der Zeit. Ja, ich werde wiederkehren und mein Werk vollenden. Darum ſei mein ſtarkes, muthiges Weib, gieb dem Sohne deines Zawiſch ein Beiſpiel freudigen Muthes, damit er ſeines Vaters wür⸗ dig werde. Leb' wohl, leb' wohl! Gott ſchütze dich!

Noch einmal preßte er ſie an ſein Herz; noch ein⸗ mal küßte er die Thränen von ihren Wimpern; noch