Mißtrauen gegen König Wenzel, ſo bin ich es, und daß ich's Euch geſtehe, ich habe mich wohl mit dem Gedan⸗ ken beſchäftigt, ob es nicht nothwendig ſei, die Rolle je⸗ nes fränkiſchen Pippin in Böhmen zu wiederholen. Der Gedanke hat den Schlaf von meinem Lager geſcheucht, und wer weiß, welche Macht er über mich erlangt hätte unter den Einflüßen der jüngſten Mißhelligkeiten, wäre nicht die Wendung eingetreten, die ich Euch mitgetheilt. Da konnte ich keinen Augenblick zweifelhaft ſein, was ich thun ſollte. Ich ſah den König als ein ſchwaches Rohr, das ſich bei linder, milder Luft und im heitern Sonnen⸗ ſchein bald hier bald dahin neigt, aber beim erſten Er⸗ heben eines Ungewitters ſich an die nächſte feſte Stütze ſchmiegt. Ich hatte ſeinem Uebelwollen in der letzten Zeit ein zu großes Gewicht beigelegt, ich erkannte, daß es nur ein Moment war, wo ſich das ſchwanke Rohr im ſanften Luftſtrom gerade nach einer anderen Richtung bog, daß er aber mit feſten Banden an den Stamm geknüpft ſei, in dem er bisher ſeinen alleinigen Halt gefunden. Mein Weg, unſer Weg, war mir voegezeichnet von Gotteshand: ich mußte die Gelegenheit ergreifen, ihm einen Beweis zu liefern, daß er ohne uns verloren, durch uns allein ſtark und ſicher ſei. Er ſieht Mähren verloren, er ſieht ſein ganzes Reich auf dem Spiele ſtehen— da kommen wir als die Retter, als die ſtarken Helfer in aller Roth,
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