Druckschrift 
Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
Einzelbild herunterladen

239

Er ging auf Dore zu und ſtreckte ihr ſeine Hand entgegen.

In dieſem Augenblick trat der Magiſter ein. Dore kehrte dem Sekretär den Rücken zu, ging dem Eintretenden entgegen und ſagte in der feinern Um⸗ gangsſprache, die ſie ſich inzwiſchen angeeignet:Sie kommen zu dem ſchönſten Augenblick meines Lebens, denn ſoeben hat ſich die gnädige Frau Gräfin zu meiner Mutter erklärt. Iſt das nicht ein unendliches Glück und brauch' ich ſonſt noch etwas, mich für vergangene Leiden zu entſchädigen? O nein! dieſes Glück erhebt mich⸗»über jedes Leid, auch über die ſchmerzliche Täuſchung des ſühendlichen Herzens; ſie, und der ſie mir bereitet, exiſtiren für mich nicht mehr.

Der Sekretär war gerichtet. Er wagte nicht, ſeinen Antrag zu erneuern, ſondern wich beſchämt auf die Seite. Theophilus aber nahm Dorens Hand und küßte ſie auf die Stirn.So begrüß' ich Dich als meine Schweſter, denn auch mich hat dieſe herrliche Frau einſt ihren Sohn genannt.

Die Gräfin, von Bewunderung für den hochher⸗ zigen Charakter des armen Mädchens hingeriſſen, eilte auf die Beiden zu und ſchloß ſie in ihre Arme.

Mit verjüngtem Eifer widmete ſich Dore von dieſem Tage an ihrem Berufe und ihrer eigenen Aus⸗