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Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
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bei der Gräfin mit Hilfe ihrer Zofe ausgeführt, die er mit ſich nach Böhmen zu nehmen und dort zu heiraten verſprochen habe. Infolge dieſes Geſtändniſſes ward die Zofe zur Haft gebracht, Dore dagegen völlig freigeſprochen. Der Gerichtshalter brachte die Nachricht zuerſt zur Gräfin. Dieſe ließ Dore, welche ſich wieder ganz an ihren Beruf hingegeben hatte, aus der Klöppel⸗ ſchule rufen und dazu den Sekretär, der ſich, obſchon vergebens, Doren wieder zu nähern verſucht hatte.

In ſeinem Beiſein ließ ſie der Hartgeprüften das freiſprechende Erkenntniß verkünden.

Gott ſei Dank, ſagte Dore nach dieſer Ver⸗ kündigung die Hände faltend. Auf ihrem Antlitz ſpie⸗ gelte ſich heitere Ruhe, keine Erſchütterung.

Ja Gott ſei Dank! ſagte die Gräfin,und mir möge er geſtatten, Dein künftiges Leben vor allen ſolchen Trübſalen ſicherzuſtellen. Ich will Dir fortan eine Mutter ſein. Sie warf dem Sekretär einen bedentungsvollen Blick zu.

Dieſer verſtand ſie. Er wiederholte:

Ja Gott ſei Dank! ſo ſage auch ich, denn nun darf ich der Stimme meines Herzens gehorchen und Dir meine Hand bieten, um Dich für alle Leiden zu entſchädigen.