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Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
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ſtand und nun aufs neue ſein Geheimniß bedroht, ſeine Hoffnungen gefährdet ſah! Um ſeine Verwirrung zu vermehren, trat gleich darauf die Gräfin mit dem Magiſter ein. Dieſer hatte eben der edlen Dame ſein ganzes nächtiges Erlebniß mitgetheilt, ſie hatten Dore vom Fenſter aus kommen ſehen, und ſie kamen nun, ſich zu verwenden, daß ſie auf Handgelöbniß freigelaſſen würde. Dieſer Verwendung, an die ſich die ſchriftliche des Amtmannes anſchloß, konnte der Gerichtshalter keinen Widerſtand entgegenſetzen, und ſo durfte Dore frei zu den Ihrigen gehen.

Welche niedrige Beweggründe Oeſterreich bei der Befreiung ſeiner Jugendgeliebten geleitet, das hatte Theophilus der Gräfin nicht mit offenbart. Vielleicht daß die nun beoorſtehende Entwicklung der Dinge den hoffärtigen Menſchen zur Beſinnung brachte und zur Buße leitete! Hätte die Gräfin jene Beweg⸗ gründe erfahren, ſo verbannte ihre gerechte Ungnade ihn ſicher aus ihrem Dienſte, und dann war ihm der Weg der freien Rückkehr zur Gerechtigkeit abge⸗ ſchnitten. Als Dore abgegangen war, ſagte die Gräfin zu dem Sekretär:Sie hätten das arme Mädchen beſſer kennen müſſen, als wir alle. Sie durften am allerwenigſten an ihr zweifeln, ſo ſchwere Verdachts⸗ gründe auch gegen ſie vorlagen. Indeß haben Sie