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Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
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Dreizehntes Rapitel. Schluß.

Der Sturmwind hatte faſt jede Spur von Bahn verweht, als Dore ihren Weg antrat. Nur mit der größten Mühe konnte ſie denſelben verfolgen. Sie mußte bis über die Knöchel im Schnee waten und oft ſank ſie knietief in eine Windwehe. Nichts Er⸗ müdenderes, als eine ſolche Schneewanderung. Und Dore war entfräftet von der Haft, von Harm und Hunger. Sie hatte alle ihre Willenskraft nöthig, um das ſchwache Fleiſch aufrecht zu erhalten. Hel⸗ denmüthig überwand ſie eine ſauere Strecke nach der andern. Aber endlich will es doch nicht mehr gehen.

Der Tod haſcht nach der kühnen Wanderin, er

legt ſich ſchmeichelnd um die müden Glieder und zieht ſie nieder auf das weiße flockige Bett, das ſein Bett⸗ meiſter, der Winter, da ausgebreitet hat. Ach! nur einwenig ruhen nur einwenig! flüſtert er ihr zu um Gotteswillen! ſchreit die Angſt um den theueren Beſchützer, ſei ſtandhaft, halte aus und wenn Dir das Blut unter den Nägeln hervorquölle! Wenn Du niederſitzeſt, biſt Du verloren. Und ſie rafft ſich noch einmal auf und watet fort. Wenn