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Es war ſoviel in ihrem Weſen, was die wärmſte Theilnahme in Anſpruch nahm. So tief ſie immer in Schmach und Elend verſunken ſein mochte, durch ihre ganze Erſcheinung flammte noch ein lichter Strahl unbefleckter Gottebenbildlichkeit. Daß ſie als Mädchen gefallen war, hatte ſie ſelbſt eingeräumt, aber ob ſie gefallen war durch jenen Verbrecher, den
er auf dem Bau geſehen, das ſchien ihm ſehr zwei⸗
felhaft. Sein Herz weinte bei dem Gedanken an die bloße Möglichkeit dieſes Falles. Und es weinte über alles Elend, das dieſes edle Geſchöpf offenbar umſtrickt hielt.
So in Gedanken verſunken ritt er langſam ſeines Weges, den er nach der Beſchreibung, die er ſich in Marienberg hatte geben laſſen, nicht wohl verfehlen konnte. So zog er auch an der einſamen Mühle vorüber, welche in einem flachen Waldthale lag und ihm als die„Raizmühle“ bezeichnet worden war. Unvermerkt aber lagerte ſich einer jener dichten Nebel über die Gegend, die der Schrecken jedes Gebirgswanderers ſind, und die das Plateau des Erzgebirgs oft tagelang ſo dicht bedecken, daß ſie
die Gegenſtände bis auf wenige Schritte dem ſpä⸗
henden Blicke entziehen. Noch ritt Theophilus un⸗ beſorgt weiter, bis er an eine Lichtung kam, auf


