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Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
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Töchtern dieſes Landes nicht eigen zu ſein pflegt. Den edlen Schnitt dieſes Geſichtes und auch ſeine Färbung hatte er auf ſeinen weiten Reiſen nur in Rom getroffen. Eine Fülle dunklen lockigen Haares, das es umrahmte, vollendete den ſüdlichen Charakter desſelben, der Schimmer eines regen Geiſteslebens und ein Zug von Leid, der das ſehr in die Augen ſpringende Gepräge von Energie milderte, machten es in hohem Grade intereſſant.

Aber ſo tief der Eindruck war, den die edle Erſcheinung auf den jungen Geiſtlichen machte, ſo wenig rührte ſie das Herz des Gerichtshalters.

Dacht' ich's doch, ſagte er,daß Du es wäreſt, Du würdiger Zweig eines böſen Stammes. Hätte ich den Gerichtsdiener bei mir, ich ließe Dir auf der Stelle fünfundzwanzig aufzählen für Deine freche Antwort, Du elende Dirne! Aber ich will Dir den frechen, widerſpenſtigen Muth ſchon noch brechen, ſo wahr ich Dein Gerichtshalter bin. Ich bin Deinen Schlichen und Diebsverbindungen auf der Spur und ich will ſchon noch ganz dahinterkommen. Jetzt Marſch doch halt! was haſt Du in Deinem Korbe? Ich wette, es iſt Wildpret darin, Du Wilddiebsdirne!

Ich handle ſeit langer Zeit mit Butter, ver⸗ ſetzte das Mädchen,ganz Marienberg kennt die

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