Druckschrift 
Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zu ſuchen gibt. Mich leitet nicht die Sucht nach einer Pfründe; ich bin zwar zum Vikar für Küchen⸗ heide und Rübenau cum spe succedendi ernannt, aber ich wünſche und hoffe, daß der gute M. Diet⸗ rich bald wieder in den Stand kommen möge, ſein Amt weiter zu verſehen. Sollte es aber im Rathe Gottes anders beſchloſſen ſein, ſo werde ich mit Freuden bleiben. Ich ſehe gerade in dieſem verach⸗ teten Winkel unſeres Vaterlandes ein reiches Feld vor mir, an dem ich alle Kräfte meines Geiſtes und Gemüthes erproben kann, und ich hoffe unter Gottes Beiſtand viel guten Samen auszuſtreuen, viel Un⸗ kraut auszurotten und reiche Frucht aufgehen zu ſehen Gerade ſo dachte der würdige M. Dietrich, als er vor zwölf Jahren ſein beſchwerliches Amt autrat, verſetzte der Akzisinſpektor, denn dieſen Titel führte der Gerichtshalter von Kühnheide, der ſeine Reſidenz in Marienberg hatte;und nun liegt er da, ein gebrochener Mann, gebrochen an dem ſtar⸗ ren, zucht⸗ und ruchloſen Geiſte ſeiner Gemeinden. Glaubt mir, Magiſter, an den Kühnheidern und Rübenauern iſt Hopfen und Malz verloren und es wäre am beſten, beide Diebesneſter ereilte das Ge⸗ richt von Sodom und Gomorrha, damit ihre Nach⸗