Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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Verrath ſchreienden Herzens erſtickt und das Leben als

eine heilige Pflicht umfaßt. Mit Vater und Kind, Freund und Geſinde war ſie nach einer neuen Gegend überſiedelt und hatte zwiſchen neuen Bergen, an neuen Ufern, unter neuen Bäumen mit den alten treugebliebenen Herzen ein neues Leben begonnen. Mitten in einer Welt des Haſſes hatte ſie, begünſtigt von einer abgeſchiedenen Lage, ein kleines Reich der Liebe gegründet. Da ward dem Gott der Liebe im Geiſt und in der Wahrheit gedient, da ward alles Gute und Heilige gepflegt, da walteten alle heitern Genien der Menſchheit am traulichen Herd. Aber wenn Libuba der Verewigung eines großen Herzeleids durch echte Lebensweisheit einen Damm entgegenſetzte, ſo ver⸗ gaß ſie darum ihrer Liebe nicht, und in ihren Gebeten nahm das Gebet für Zäwis von Falkenſtein nicht die

letzte Stelle ein. Es fand auch nie eine andere Liebe in

ihrem Herzen Raum. Searlatti's Liebe zu ihr wußte ſie ſtets in den Gränzen einer reinen Freundſchaft zu er⸗ halten, die ihn an ſie feſſelte bis an ſeinen, im heitern Mittagsglanze des Lebens bei einem Gewitter durch den flammenden Todeskuß des Ewigen gefundenen Tod.

Ende des dritten und letzten Bandes.