213
ander auf, und herzte und küßte ſie der Reihe nach, um immer wieder von vorn anzufangen, wobei er unzählige Thränen vergaß. Am ſchwerſten ward ihm der Abſchied von ſeiner Gemahlin, die jetzt inne ward, daß ſeine Liebe zu ihr noch ſo feurig glühte, wie am Tage ihrer Hochzeit. Wenn noch eine Diſſonanz in ihrem Herzen gegen ihn zurückgeblieben war, unter den Thränen des Abſchiedes löſte ſie ſich in die reinſte Harmonie auf. Tief im Herzen gelobte ſie ihm auf's neue unverbrüchliche Treue, und wenn ſie in der hinter ihr liegenden Verſtim⸗ mung dem Zauber einer Perſönlichkeit wie Zäwis einen zu großen Einfluß auf ihr Herz verſtattet, ſo wollte ſie ſich dagegen in Zukunft feſt wappnen, wie einer Königin und dem Weibe eines Helden gezieme.
Unter dem Geläute aller Glocken von den hundert Thürmen ſeiner Hauptſtadt, unter Vortritt der ge⸗ ſammten zahlreichen Geiſtlichkeit und gefolgt von vielen Tauſenden aus allen Klaſſen des Volkes,„unter den herzlichſten Segenswünſchen und lautem Weinen“, zog der König an der Spitze ſeines Heeres aus den Thoren Prags. Es war, als ob ein Vater auf immer von ſeinen Kindern ginge. Eine halbe Stunde vor der Stadt machte er Halt, dankte dem Volke für ſeine Liebe und empfahl ihm ſein Weib und ſeine Kinder. Dann bat er es um⸗ zukehren und in den Kirchen für den Sieg ſeiner Waffen


