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wer wird ſich eine Sache auch ſo zu Herzen nehmen! Kommt, ich will Euch etwas zur Stärkung geben.“
„Ich dank Euch, Porzincula,“ ſagte Libusa etwas leichtern Herzens,„ich brauche bloß friſche Luft— laßt mich in den Hof hinabgehen— grüßt mir Euern Bruder und erinnert ihn an das Wort unſers Herrn und Erlö⸗ ſers: Liebet Eure Feinde, ſegnet, die Euch fluchen, und thut wohl Euern Beleidigern! Gott mit Euch!“
Damit eilte ſie zur Thür hinaus, die Treppe hinab in den Hof; aber ſie hielt ſich nicht hier auf— ſie flog nach der Burg, nach ihrem Gemach. Dort ſank ſie auf ihre Kniee und bat Gott, daß er ihr Stärke verleihen möge, das, wozu ſie jetzt ſchreiten wollte, auszuführen zur Rettung des Geliebten und zum Heile des Vater⸗ landes.
Hierauf verſah ſie ſich mit Allem, was ſie von klingender Habe beſaß, und eilte zur Kammerfrau ihrer Prinzeſſin. Zu dieſer ſagte ſie:„Eine Angelegenheit, an der Tod und Leben mehrerer Menſchen hängen, zwingt mich, auf unbeſtimmte Zeit das Schloß zu verlaſſen. Ich bitte Euch, meine Stelle bei der Prinzeſſin zu vertreten und mich, wenn die Königin vor mir zurückkehren ſollte, bei dieſer zu entſchuldigen. Wenn ich wieder vor ſie trete und ihr Rechenſchaft gebe, wird ſie billigen, was ich gethan.“
1860. XIX. Zäwis von Roſenberg. II. 3


