Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

231

liebes Gemahl mir höchſt wahrſcheinlich zu einer großen

Thorheit gerathen? Svpeben habe ich Anzeige erhalten

von einer hier angezettelten Verſchwörung des mißver⸗

gnügten Adels, worunter auch Euer Zäwis von Falken⸗ ſtein, den meine theure Gemahlin und Ihr mir als den beſten Freund in der Noth darſtellen wolltet! Hier, ſeht dieſe Liſte hier ſteht ſein Name.

Ich ſehe, Eure Hoheit, erwiderte der Staatsmann und Prälat,allein ich ſehe eben nur Namen.

Aber was für Namen! fiel der König ein,lau⸗ ter Namen von anerkannten Mißvergnügten.

Eure Hoheit ſprach von einer Verſchwörung; ich hörte auch davon murmeln, und unterließ nicht, unter der Hand Nachforſchungen anſtellen zu laſſen; allein was ich erfuhr, gab nur einen äußerſt ſchwachen Grund für einen ſo ſchweren Verdacht. Vielleicht wiſſen Eure Hoheit mehr.

Der König theilte dem würdigen Manne mit, was ihm der Oberſtburggraf gemeldet.

So viel wußte ich ungefähr auch, erklärte der Kanzler;und wenn ich dadurch ſchon gewiſſe Vorſichts⸗ maßregeln gerechtfertigt finde, ſo ſehe ich darin keinen Verdachtsgrund gegen Zäwis von Falkenſtein.

Die Unterſuchung wird ergeben, ob er ſchuldig iſt oder nicht, erwiderte der König; ich habe befohlen,