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Erztes Capitrl.
Es war um die Mittagſtunde eines Frühlingstages im Jahre 1276. Auf der Landſtraße, welche von Wittin⸗ gau nach Budweis führte, bewegte ſich ein reiſiger Zug nach letztgenannter Stadt. An ſeiner Spitze ritt eine junge Dame von hohem Wuchs in ſchwarzer Trauer⸗ kleidung zwiſchen zwei Rittern, von denen der eine ſchon dem Greiſenalter nahe, der andere im blühendſten Man⸗ nesalter war. So weit der ſchwarze, das Haupt in dich⸗ ten Falten umfließende Schleier das Antlitz der Dame ſehen ließ, war dieſes von ebenſo tadelloſer Schönheit wie ihr Wuchs. Ein paar große ſonnenhafte Augen ſtrahlten unter kühngeſchwungenen Brauen und einer ſchmalen Stirn, die mit dem ganzen, ovalen, die reinſten Verhältniſſe der einzelnen Theile zeigenden Geſichte har⸗ monirte. Der blaſſe, brünette Teint paßte zu den zwei rabenſchwarzen, ſchimmernden Locken, die ſich unter Ba⸗
1860. XVIII. Zäwit von Roſenberg. I. 1


