Teil eines Werkes 
1. Theil (1828) A-H
Entstehung
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xxx1V Ueber das Reinigen

man ſie dazn zwingen, ſo wuͤrde man ſich an jener liebens⸗ wuͤrdiaen Zichiigtelr unſerer Sprache verſuͤndigen.

Wenn aber der Unwille gegen fremde Woͤrter hauptſaͤch⸗ lich die franzoſiſchen trifft; ſo wolle man doch auch be⸗ denken, daß wir die wenigſten der fuͤr franzoͤſiſch gehalte⸗ nen Voͤrter von den Franzoſen haben, ſondern aus derſel⸗ ben Quelle, aus der die Franzoſen ſie auch geſchöpft, nämlich aus der lateiniſchen und griechiſchen Sprache. Hät⸗ ten wir jene Woͤrter nicht aus der erſten Quelle, ſondern von den Franzoſen; ſo wuͤrden wir z. B. nicht ſagen; imponi⸗ ren, reflectiren, ſondern impoſiren, refleſchiren. Laͤcherlich iſt es daher, griechiſche und lgteiniſche Woͤrter durch die Ausſprache abſichtlich, zu franzoͤſiſchen machen zu wollen und z. B zu ſagen: Scheographie, korri ſchiren.

Manches deutſche Wort hat auch nur das Schickſal der Schwabacher Naͤhnadeln gehabt, die ehemals tonnenweiſe nach England wanderten, dort ein wenig Glaͤttung annah⸗ men, und dann als engliſche Nadeln wieder zu uns ka⸗ men. So iſt manches äͤchtdeutſche Wort nach Frankreich eingewandert, hat dort ein wenig franzoͤſiſche Politur an⸗ genommen, und iſt als ein Franzoſe wieder zu uns gekehrt, z. B. das altdeutſche Wort Marſchalk, das Wort Meyer⸗ das als Maire wieder zu uns gekommen, das Wort Bi⸗ wach, Beiwache, das ſich in Bivouak umgewandelt, 3 ni

Endlich wuͤrde unſere Sprache gewiß an wiſſenſchaftlicher Beſiimmtheit und Univerſalitaͤt verlieren, wenn ſie alle ihre, aus fremden Sprachen gewonnenen wiſſenſchaftlichen Funſtwoͤrter wieder herausgeben muͤßte. Da bei wiſſenſchaftli⸗ chen Begriff-Beſtimmungen Alles darauf ankommt, daß auch Jeder mit dem gegebenen Worte genau denſelben Begriff ver⸗ dinde; ſo iſt es gut, daß man ſo viel als möglich eigene Worter hat, an deren Bedeutung alſo der durch Umgang und das geſeilſchaftliche Leben gebildete Sprachgebrguch Nichts än⸗ dern kann. Hat man ja doch, wegen der Beſtimntheit und Allgemeinverſtaͤndlichkeit, zur Benennung unſerer Blumen und überhaupt der Pflanzen und Gewaͤchſe, lateiniſche Namen in der Botanik eingefuͤhrt. Und füͤr den wiſſenſchaftlichen, alſo geiſtigen Verkehr aller Nationen iſt es gewiß ſehr gut⸗ und von großem Werth und Einfluſſe, daß es wenigſtens für die Grundbegriffe aller Wiſſenſchaften eine Univerſal⸗ Svprache giebt, ſo daß Griechen und Roͤmer vor uns mit dem Franzoſen, Italiener, Engländer, Spanier, Schweden und Dänen neben uns fuͤr einen Begriff auch ein Sei⸗ chen haben. Ein Vork, das die in allen Sprachen üͤblichen wiſſen⸗ ſchaftlichen Kunſtwörter aus ſeiner Sprache ausſticße, würde ſomit ſeine Philoſpphen und Gelehrten aller Zeiten und(allet