Teil eines Werkes 
1. Theil (1828) A-H
Entstehung
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zu der erſten Auflage. vur

n S. 1114 des erſten Theiles von jenem Haupt⸗ werke.

Aus allen dieſen Eroͤrterungen fließen folgende Grund⸗ ſitze: Kein uͤbliches fremdes Wort darf durch ein deutſches verdraͤngt werden, welches mehr oder weniger ſagt, von weiterer oder engerer Bedeu⸗ tung iſt, oder zwar in der Hauptbedeutung dem fremden entſpricht, aber feinere Schattirungen deſſelben nicht bezeichnet. Ferner iſt der Ge⸗ brauch aller fremden Woͤrter zuläßig, ja noth wendig, deren Gebrauch Ausländern ganz ei genthuͤmlich iſt, wie manche Natur⸗ und Kunſt erzeugniſſe, Wuͤrden, Einrichtungen und Ge⸗ bräuche. Die Möglichkeit guter Umſchreibungen macht uͤbrigens fremde Woͤrter auch noch nicht ganz uͤberfluͤſſig.Nur dann ein fremdes Wort in der That entbehrlich und verwerflich, wenn ein beſonderes gleich verſtaͤndliches, bieg⸗ ſames, vollkommen gleichbedeutendes und nicht

uͤbellautendes deutſches Wort jenes erſetzt und verdraͤnget.

Dieſes hat man beſonders bei fremdbuͤrtigen Kunſt- und Schulausdruͤcken zu beobachten, die gewoͤhnlich das Vaterland wiſſenſchaftlicher und kuͤnſtlicher Entdeckungen und Erfindun⸗ gen bezeichnen.) Unduldſamkeit gegen ſolche Benennungen bezeugt thoͤrigen Reinheit-Duͤnkel und verblendende Reini⸗ gungſucht, vor denen ſchon Leibnitz gewarnet hat, und die, nach der Ausſage eines neueren Schriftſtellers, zu einem li⸗ tergriſch⸗babyloniſchen Thurmbaue fuͤhren.

Denn daß die Sprachreinigkeit mancher ſogenannten Pu⸗ riſten, daß gar manche ſeit Harsdoͤrfer bis auf Campe, o wie von demſelben vorgeſchlagene Verdeutſchung mehr Dun⸗ kelheit oder Mißklang verſchuldet hat, als ſie haben ſollte,

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* Manche meiner Leſer werden hier wohl gern wiederfinden und anwen⸗ den, was Cicero und Quintilianus beiläufig über dieſen Ge⸗ genſtand geäußert haben:

Ea verba, quipus ex instituto veterum utimur pro latinis, ut ipsa Philosophia, Rhetorica, Grammatica, Musica, Geometria, quamquam latina ea dici poterant, tamen, quoniam usu reccpta sunt nostra ducamus.(de Ein 2

Rhetoricen in latinum transferentes tum oratoriam, tum oratricem nominaverunt. Quos equidem non frauda- verim debitalaude, quodcopiam romanisermo- nis augere tentaverint. Sed non omnia nos du- Sentes e graeco soquuntur.(nstr. orat. II, 15.)