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Die stille Mühle : eine Geschichte aus Deutsch-Böhmen / von Elfried von Taura
Entstehung
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gar mit ihrem Kinde beſchäftigt, ſonſt hätte ſie mir wohl angeſehen, daß etwas Gräßliches ge⸗ ſchehen ſein mußte. Das Kind ſchrie heftig nach Nahrung, und ſie wollte ihm die Bruſt nicht reichen.Nach dem Schreck, den ich gehabt, wär' es ihm pures Gift! ſagte ſie. Da trat der alte Daniel heran, der mir auf dem Fuß gefolgt war:Kommt doch mit hinab in mein Haus, ſagte er,meine Schnur hat ja auch ein Kleines, die kann ſchon einſtweilen aushelfen! Der Vorſchlag ward angenommen, und die ganze Familie mit den Gevattern ging den Wieſenpfad hinab nach Daniel's Haus. Unterwegs entdeckte ich dem Herrn heimlich das Schickſal des armen Mauſchel. Er hatte Mühe, ſeine Thränen und ſeinen Schmerz vor ſeinem Weibe jetzt noch zu verbergen.

Am andern Morgen ſaßen wir Gevattern und alles Geſinde um unſere Herrſchaft in einer Stube beim alten Daniel. Weder der Herr, noch die Frau verlor ein Wort der Klage um das verlorene irdiſche Gut; ſie klagten nur um den armen Mauſchel und ſeinen Vater. Ja,