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Die stille Mühle : eine Geschichte aus Deutsch-Böhmen / von Elfried von Taura
Entstehung
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umſchlangen, herzten und küßten ihnz wir Andern ſchauten weinend zu, und die rothen praſſelnden Flammen der Mühle beleuchteten die Gruppe. Ach! ich verdiene das nicht! ſagte der Mau⸗ ſchel,denn ich hab' gehaßt die Goim, und als ich in Ihr Haus trat, Herr Joſef, that ich's mit böſen Gedanken: ich wollte meinen Vater helfen rächen an ſeinem Feind, wie ich's ſpäter gethan an dem Henker meiner Schweſter; denn es ſteht geſchrieben in unſerm Geſetz: Aug' um Auge, Zahn um Zahn! Aber Sie haben über⸗ wunden das Böſe mit Gutem, und der Gott des Lichts hat meine Augen geöffnet, daß ich geſehen, Sie ſind einer von denen, die der Herr lieb hat.

In dieſem Augenblick drang ein fürchterlich gellender Schrei von der Mühle herab in unſere Ohren, war aber augenblicklich erſtickt von einem raſenden Gebrüll aus hundert Kehlen.O Gott! o Gott! rief der Mauſchel entſetzt und flog davon.Geh ihm nach, Franz! ſagte der Herr zu mir,ſieh, was es giebt und ſteh ihm bei!