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arzt und auch mein Wawerle ſtand in ſeinem Dienſt als Hausmagd. Wir verdanken ihm Alles. Wie ich vor etwa achtzehn Jahren als fahrender Müllerburſch hier einzog, ſtand es mit mir ſo, daß ich auf Gottes Erde Nichts mehr zu ſuchen hatte, wenn ich auf einen Baum ſtieg, und Alles, was ich da an und bei mir hatte, war unter Brüdern keinen Gulden Schein werth. Ich war, mit Ehren zu melden, ein gemachter Lump. Nicht etwa blos, weil ich ſo zu ſagen abgebrannt war vom langen arbeit— loſen Wandern— das kann dem beſten Kerl widerfahren— nein, ich war ein in der Seele verlumpter Stromer. Da führte mich der Waſſerlauf, dem ich gerade nachging, oder viel⸗ mehr der liebe Herrgott, in die Mühle hier. Es war hoher Sommer wie jetzt, kein Tropfen Waſſer im Bach, die Räder hatten die Starrſucht— mir recht, da gab's keine Arbeit, aber doch ein Nachtquartier mit Zubehör— vielleicht auch Etwas einzuſtecken. Denn ſelbſt ſo tief war ich geſunken, daß mein ſiebentes Gebot nur noch lautete: Laß dich nicht erwiſchen. Als ich daher


