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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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nicht; er kannte das Gerichtsweſen ſeiner Zeit und wußte, wie viel Unſchuldige demſelben zum Opfer fielen. Ein Juſtizmord an Doris war ihm gar keine ſo entfernte Möglichkeit. Dazu kam die vermehrte Beſorgniß um das Schickſal Camillo's. Er verſäumte nicht, zu dem Gouver⸗ neur zu gehen und dieſem die Bitte der Malerin vorzu⸗ tragen. Er glaubte dieſelbe nicht beſſer unterſtützen zu können, als wenn er dem Gouverneur ganz offen den Grund der Bitte mittheilte. Der Gouverneur hörte mit großer Theilnahme zu, verſprach auch zu thun, was er vermöge, um den Aufſchub zu erlangen, glaubte aber keine beſtimmte Verſicherung hinſichtlich des Erfolges ſeiner Fürſprache geben zu können.

Theophilus handelte aber weiter, als ſei der Auf⸗ ſchub gewiß. Er tröſtete die Gräfin damit und verfügte ſich zu dem Grafen von Wartensleben, denſelben zu bitten, daß er ſeinem Gerichtshalter eine milde Behandlung gegen Doris empfehle und ihm befehle, ihr eine Localität anzu⸗ weiſen, wo ſie ihre Kunſt treiben könne, und ſie hieran in keiner Weiſe zu behindern, vielmehr zu unterſtützen. Der Graf Wartensleben kannte Doris dem Rufe nach, und ihre Kopie der ſiſtiniſchen Madonna; er war ſelbſt Kunſt⸗ freund und von humaner Geſinnung: darum erfüllte er Theophil's Bitte auf das Bereitwilligſte. Mit einem Schreiben des Grafen an den Gerichtsdirector von Frei⸗