29
Punkt nicht, ſind wir doch darin einig, daß die Preußen aus Sachſen verjagt werden müſſen. Aber es iſt die höch⸗ ſte Zeit, daß dies geſchieht. Hat der König ſich einmal wieder mit ſeinem Bruder in Sachſen vereinigt, dann iſt es zu ſpät. Ich hoffe auch, daß in dieſem Falle Daun ſeine Cunctatorrolle ablegen wird. Kommt er dem König in Eilmärſchen zuvor, dann haben wir gewonnen; denn Heinrich kann ihm nicht Stand halten, zumal wenn ihm von Seiten der Patrioten redlich in die Hände gearbeitet wird. Und das mß geſchehen! Wir dürfen jetzt nicht länger thatlos ſeufzen und auf Erlöſung hoffen, wir müſſen handeln.“
„Was meinen Sie denn, lieber Graf, was wir thun ſollen, thun können?“ fragte der Magiſter. Wir müſſen eine Verſchwörung zu dem Zwecke or⸗ ganiſiren, die Beſatzung Dresdens zu entwaffnen, ſobald die Oeſterreicher vor ſeinen Thoren erſcheinen.“
„Der Gedanke iſt eines Patrioten würdig,“ ſagte der Inſpector;„aber nicht ausführbar wegen der Argus⸗ augen der preußiſchen Polizei. Um Gotteswillen, lieber Graf, laſſen Sie dieſen Gedanken gegen keinen Menſchen weiter laut werden. Der Verrath lauert überall, und wehe Ihnen, wenn Ihr Plan verrathen würde. Geben Sie ihn auf!“


