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Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
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dem Hollunderbaume, er hatte Maria ſchon geſehn, er ſtand auf, freudig uͤberraſcht, ging mit wankendem, aber ſchnellen Schritt auf ſie zu, und bat ſo treuher⸗ zig warm, nur ein wenig an ſeiner Seite auszuru⸗ hen, daß ſie erröthend, doch willig, ſich zur Bank fuhren ließ. Beide ſaßen ſchweigend neben einander. Ein uraltes, ganz gekruͤmmtes Muͤtterchen trat aus dem Hauſe, lockte ein paar Hühner herbei, ſtreute ih⸗ nen etwas Hafer, und ging, nicht ohne ſich neugierig nach der Mamſell umgeſehn zu haben, wieder hinein. Wer iſt die Alte? fragte Maria.Meine Haus⸗ haͤlterin, antwortete Georg.Sie diente, als ich ein Kind war, bei meinem Vater, und ſorgte recht treu fuͤr mich; aber meine Mutter ſtarb, die neue Frau, Sebaſtians Mutter, wollte ſie nicht behalten; nicht lange dauerte es, ſo wurde auch ich aus dem Hauſe vertrieben, und Niemanden that es weh, als der treuen Magd, die damals noch ziemlich ruͤſtig war, und bei einem andern Buͤrger diente. Als ich aber jetzt nach vielen Jahren wieder heim kam, fand ich ſie an der Straße betteln. Sie klagte mir, bit⸗ terlich weinend, daß ſie zu dienen die Kraͤfte nicht mehr habe. Ich ſagte ihr, ſie ſolle es bei mir pro⸗ biren, es werde ſchon gehn. Sie thut, was ſie kann; was ſie nicht kann, fodre ich nicht: und ſokom⸗ men wir recht gut mit einander aus.Das iſt

wahr, ſagte Maria,ich habe noch keinen Mann