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Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
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und ſchmeichelnd ſie beruhigen mußte. Den ſtorkſten, unausloſchlichſten Eindruck machte auf ſie eine Lu⸗ krezia.O die Ungluckliche! rief ſie ſchaudernd, als Seipio ihr erklaͤrt hatte, warum Lukrezia nicht mehr leben wollte;die Ungluͤckliche! o, ſie litt tauſendfa⸗ chen Tod!Doch ihr Tod war der Freiheit Le⸗ benDie Freiheit iſt ein erhabener Gedanke aber die Liebe die Scham Wie konnte ſie den Anblick ihres Gatten und den anderer Maͤn⸗ ner noch ertragen?Sie durfte nicht erroͤthen, denn ſie war nicht ſchuldig.Nicht ſchuldig, doch entehrt! O ſchweig! ihr Maͤnner verſteht Alles, nur das nicht!Wohl wahr, du Reine!Rein iſt nur die Gnadenmutter, aber, ſetzte ſie tief auf⸗ ſeufzend hinzu, ich bin, dem Himmel ſey Dank, nicht entweiht, nicht deines Kuſſes unwuͤrdig. Sieh, nun bin ich wieder meiner ſelbſt bewußt, aber Lukre⸗ ziens Schande lag auf mir, als wäͤre ihr Loos das meine.

Bianca und ihr Gemahl lebten auch in Vene⸗ dig. Angela erfuhr es mit Freude, und die jungen Flauen näherten ſich einander viel vertraulicher, als einſt die Mädchen. Der erſte Augenblick, in dem ſie ſich mit der Verwandten allein ſah, ſchloß Angela's ſelig ſchlagendes Herz ganz gegen ſie auf, und Bianca ſah darin, ohne Neid, aber mit tiefer

Trauer, das Uebermaß eines Glückes, wovon