Teil eines Werkes 
4r-6r Band (1851)
Entstehung
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und hielt die Geluͤbde, welche ſie nach dieſem Ritus ab⸗, legte, fuͤr eben ſo bindend, als wenn ſie an einem an⸗ deren Altare ausgeſprochen worden waren; ja, als ſie ſpaͤter von ihrem Gatten befragt wurde, ob ſie ihn nach der einzigen Kirche der Nachbarſchaft einer Episco⸗ palkirche begleiten wolle, antwortete ſie beſcheiden:

Ich habe nichts dagegen, Gott mit Chriſten in irgend einer chriſtlichen Kirche anzubeten.

Diejenigen, welche Fanatismus mit Froͤmmigkeit, und das Gift der Sektirerei mit dem heilenden Balſam der Religion verwechſeln, werden ohne Zweifel unſere Heldin der Suͤnde zeihen; aber dasjenige, was den Menſchen milder und duldſamer gegen Andere, einer verſchiedenen Sekte angehoͤrig, oder bereitwilliger macht, mit ihnen Freundesdienſte auszutauſchen, kann nicht unrecht ſein, welchen Namen man ihm auch beile⸗ gen mag.

Und dies iſt die Moral unſerer Geſchichte.

Der ehrliche Gregor Motte war bei der Ruͤckkehr ſeines Herrn noch am Leben und ſtarb erſt mehrere Jahre ſpaͤter. Er ſang zuweilen ſein Lieblingslied:

Barnabas, Barnabas, Du haſt gezecht! und erſchreckte oft die Muhme Mildred dadurch, daß er mit ſeiner gewohnten Gravitaͤt behauptete, daß, logiſch geſprochen, ihre junge Herrin ihn ſicherlich behext habe, da er alles Moͤgliche fuͤr ſie thun wuͤrde, was ihn nicht in Gefahr braͤchte. Auch Langley klagte ſie in ihren Stunden der Zaͤrtlichkeit, die die Flitterwochen lange