Bwanzigſtes Kapitel. Die letzten Scenen des Drama's.
Die Sonne ging an jenem Morgen hell und glaͤnzend auf, und die balſamiſchen Sommerluͤfte, welche mild die Blumen, Wieſen und fluͤſternden Waͤlder faͤ⸗ chelten, waren rein wie der unſchuldige Geiſt, welcher ſich jetzt zu den Regionen verwandter Seelen auf⸗ ſchwingen ſollte. Langley erſchien jedoch, nachdem er
die Nacht ohne Ruhe und Obdach zugebracht hatte, an
jenem Morgen wie ein Bild der Troſtloſigkeit vor Mi⸗ riam. Seine vom Regen getränkten Kleider klebten ihm am Koͤrper feſt, und ſeine Geſtalt wie ſein Geſicht zeigten die Verheerungen der Verzweiflung. Er fand ſie, wie ſie ſagte, in ihren Brautgewaͤndern von flecken⸗ loſem Weiß, und ſie erwartete ruhig die Umarmung
des Todes. Die Stunde war zu ernſt, um einander
Beweiſe der Liebe zu geben, und als ſie ſo da ſaßen und mit in einander verſchlungenen Haͤnden die be⸗ ſtimmte Zeit erwarteten, wurde nur wenig geſprochen.
Miriam hatte ihn gebeten, fortzugehen und ſeine naſſen
Kleider zu wechſeln, aber er wendete ſich ungeduldig und wie indignirt, daß ſie in einem ſolchen Augenblicke noch
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