82
7
des großen Haͤuptlings, welcher bei dem Gemetzel an⸗ gefuͤhrt hatte, einholten. In dem dichten Walde, der ſich bis auf wenige hundert Schritte vor dem Dorfe erſtreckte, niedergekauert, warteten ſie in athem⸗ loſem Schweigen, bis die Sonne unterging und die Schatten des Abends ſich auf ſie niederſenkten. Sie
konnten ſehen, daß die Indianer Zuruͤſtungen fuͤr ein
großes Feſt zur Feier ihres Sieges uͤber die Weißen getroffen hatten, und ſobald es finſter geworden war, eilten Hunderte von indianiſchen Maͤnnern, Weibern und Kindern mit brennenden Fackeln aus ihren Huͤt⸗ ten und zuͤndeten damit einen maͤchtigen Scheiterhaufen von Kien an, der ſchnell emporloderte und mit ſeinen Flammen ein rothes, duͤſteres Licht auf alle Umgebun⸗ gen warf. Daͤmoniſch bemalt und mit phantaſtiſchen, aber doch maleriſchen Zierrathen geſchmuͤckt, tanzten die Krieger zur Begleitung eines triumphirenden Ge⸗ ſchreies um das Feuer, ſchwangen den Tomahawk und heulten ihre Thaten bei dem Siege, welchen ſie jetzt feierten.
Ein Krieger ſang in einer Art von Recitativ, wie er die Langmeſſer hingeſchlachtet und ſie noch lebend in die Flammen geworfen hatte; ein Anderer bruͤſtete ſich mit den Weibern, die er niedergehauen und lebendig ſcalpirt hatte, und ein Dritter ſpielte noch einmal die Ermordung unſchuldiger Saͤuglinge durch, deren Ge⸗ hirn zerſchmettert und deren Koͤrper in den Staub ge⸗


