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6. Band, Königsmarke oder Alte Zeiten in der neuen Welt : 2. Theil (1840) Alte Zeiten in der neuen Welt
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ter allen Verbeſſerungen, welche er in ſeinem ganzen Leben verſucht, ſei die ſeiner guten Ehehälfte die ſchwierigſte.

Dominie Kanttwell ſtarb bald nach ſeiner Vermäh⸗ lung eines plötzlichen Todes, und zwar in Folge eines Neujahrs⸗Nachteſſens. Sein Nachfolger war ein edler, frommer, liebreicher und demüthiger Mann, das Ideal eines tugendhaften Seelenhirten. Ohne Stolz, ohne An⸗ maßung und ohne Heuchelei, verband er mit der größten Einfalt der Sitten, mit einer ſeltenen Herzlichkeit und Verträglichkeit des Benehmens einen heiligen Eifer, eine nie ermüdende Thätigkeit für das Glück Anderer, ſo daß er als einer der auserwählteſten Hirten daſtand, welche der Himmel dann und wann als einen Segen in eine auserwählte Gemeinde ſendet. Heiter ohne Leichtſinn, nahm er an allen unſchuldigen Freuden und Vergnügun⸗ gen ſeiner Pfarrkinder Theil und wandelte, ſelbſt beglückt durch das Bewußtſein eines nützlichen, thätigen Lebens und durch die ſichere Hoffnung einer ſegenreichen Ewig⸗ keit, unter den Seinigen nicht wie ein Schatten, der Alles umher verdunkelt, ſondern wie eine belebende, er⸗ heiternde Sonne, welche die beglückt, die ſich in ihrem Glanze ſonnen.

Zu jeder Zeit, bei Tag und bei Nacht, fand man ihn bereit, den Unglücklichen zu tröſten, den Kranken zu ſtärken und dem Sterbenden die letzte Stunde zu erleich⸗ tern. Er forderte nichts für ſich und gab Alles ſeinen Mitmenſchen; er arbeitete hiicht in ſeinem eigenen Wein⸗

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