Teil eines Werkes 
6. Band, Königsmarke oder Alte Zeiten in der neuen Welt : 2. Theil (1840) Alte Zeiten in der neuen Welt
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„Das Wort, oder, wenn du willſt, den Schwur eines Ehrenmannes,“ ſagte der Heer.

„Und auch den meinigen,“ fiel Chriſtina weinend ein.„Der junge Mann hatte mich nicht ſo lange verlaſ⸗ ſen, daß er eine Unterredung mit den Wilden hätte haben können.“

„In der That!“ ſagte Lovelace.„Iſt der junge Mann nahe mit dir verwandt?“

„Nein; nicht ein Tropfen des Blutes, das in ſeinen Adern fließt, iſt mit dem meinigen verwandt. Ich bin ihm in dieſer Rückſicht nicht verpflichtet, aber ich habe ihm das Leben, und mehr als das Leben zu danken!“

„Und warum,“ ſagte Chriſtina nach obigen Worten zu ſich ſelbſt,„und warum ſollte ich beben, das zu ſagen, was mir mein Herz eingibt, und deſſen Verſchweigen die Dankbarkeit zu einem Verbrechen machen würde? Die Secunden ſind gezählt— die Uhr ſchlägt elf— eine Stunde noch— nur noch eine Stunde— und es iſt zu ſpät!“

Chriſtina erhob ſich von ihrem Sitze, eilte ſchwankend zu Lovelace und warf ſich ihm zu Füßen.

„O Herr,“ rief die Maid mit gefaltenen Händen, „wenn du der Gerechtigkeit, welche die Freiſprechung des Unſchuldigen fordert, nicht nachgeben kannſt, ſo gib den Bitten um Gnade für den Gefangenen nach, der in deine Hände gegeben iſt. Zu jeder andern Zeit würde ich es 3 für paſſend halten, mich in den Schleier der jungfräu⸗ liicchen Beſcheidenheit zu hüllen und vor dem Geſtändniß