Sechsundzwanzigſtes Kapitel.
Unſer Held erhält ſeines Oheims Vermögen mit einer Zugabe zurück.
Während der Leſer wie ein Krebs rückwärts gehen mußte, wurde die blaſſe, liebliche Catalina von ihrer Mutter in die Geſpenſtergeſchichte eingeweiht. Erſt wurde ſie blaſſer als je und konnte ſich kaum in ihrem Stuhle halten. Dann überflog eine hohe Röthe ihr Antlitz und die Farbe der Hoffnung und Liebe erblühte auf ihrer Wange, wo die Lilien des Kummers ſo lange gewohnt hatten.
„Ich will ihm alles wieder geben,“ dachte ſie und ein Thränenregen erleichterte ihr volles Herz.
Dieſe Nacht ſchwebten tauſend flatternde Träume um ihren erregten Geiſt und die Bilder der Vergangen⸗ heit und Zukunft, die früher in ihr lebendig geweſen, kehrten zurück und zeugten neue Gedanken und neue Entſchlüſſe. Der vorherrſchende Gedanke war aber, daß ihr Vetter ſie ungerecht und unfreundlich behandelt habe und daß es der Würde ihres Geſchlechtes zukäme, ſich förmlich und kalt höflich zu verhalten, bis er ſeinen Irr⸗ thum eingeſehen und um Verzeihung gebeten hätte. Sie


