Teil eines Werkes 
4. Band, Des Holländers Heerd : 2. Theil (1838)
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Sechſtes Kapitel.

In welchem der Leſer in Verlegenheit ſein wird, zu ſagen, ob die graue Stute das beſte Pferd iſt oder nicht.

Unſere Heldin ſtaunte ein wenig über dieſe Fragen. Obgleich ſchön wie ein Engel, war ſie doch eine Sterb⸗ liche. Die Zerſtreuungen des Stadtlebens, das Neue alles deſſen, was ſie umgab, beſonders aber der Weih⸗ rauch, welcher allenthalben der heimlich lauernden Eitel⸗ keit dargebracht wurde, hatte allmählich das Andenken Sybrandt's ein wenig in ihrem Herzen getrübt. Sie dachte oft mit liebevoller Dankbarkeit ſeiner, aber dieſer Gedanke wurde ſo häufig durch Beſuche, Einladungen und all die Reize eines vergnüglichen Lebens unterbro⸗ chen, daß er nach und nach aufhörte, das leitende Princip ihrer Handlungen zu ſein: und manche kleine Gefallſüchte⸗ leien ſprachen dafür, daß ihr Herz an den weltlichen Freu⸗ den hänge und zumal, daß die Entfernung nicht ohne Wirkung auf ſie geblieben. Während des Winters beſtand nur geringer Verkehr zwiſchen Albany und New⸗York und der Briefe, welche zwiſchen ihr und Sybrandt gewech⸗ ſelt wurden, waren wenige, und lange Zwiſchenräume traten zwiſchen dieſelben. Man muß auch offen geſtehen,