Teil eines Werkes 
3. Band, Des Holländers Heerd : 1. Theil (1838)
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und die Spiele der glücklichen Kindheit kaum ertragen konnte. 4

Dieſer würdige Geiſtliche übernahm, dem Wunſche des Herrn Dennis Vancour zufolge, die gänzliche Erzie⸗ hung des ſiebenjährigen Sybrandt und hatte aus dem neunzehnjährigen Jüngling einen großen Gelehrten gemacht. Der gute Mann war ſo eifrig, ihn mit Büchern bekannt zu machen, daß er der Menſchen, und vor allem der Frauen darüber vergaß, welche zur Bildung des Geiſtes und der Sitten eben ſo nothwendig ſind, wie zur Schöpfung des Menſchen ſelbſt. Die Folge war, daß der Jüngling ein ſcheues, linkiſches, zurückhaltendes, abſtractes Weſen wurde, das von der Lebhaftigkeit ſeines Alters nichts wußte, und mit jener Weltkenntniß, welche für die Alltagsgeſchafte des Lebens ſo weſentlich iſt, wie kleine Münze, ſo unbekannt war wie ein Kind. Es gab auf der ganzen Oberfläche der Erde nichts, vor dem er ſich mehr fürchtete, als vor einem weiblichen Weſen, vor⸗ züglich vor einem jungen Mädchen, deren bloſe Gegenwart ihn in Stein zu verwandeln und die Quellen des Gedankens und der Thatkraft zumal zu verſtopfen ſchien. Demunge⸗ achtet aber war das Weib der Abgott ſeiner Seele, welchem er heimlich auf ſeinen ländlichen Spaziergängen und in ſeinem einſamen Nachſinnen huldigte. Irgend eine ideelle Geliebte, die er ſich ſelbſt geſchaffen, war ſeiner Phantaſte ſtets gegenwärtig, und der Hang zur Liebe, welcher der Jugend allgemein eigenthümlich iſt, wurzelte um ſo tiefer