Teil eines Werkes 
3. Band, Des Holländers Heerd : 1. Theil (1838)
Einzelbild herunterladen

zeit abgerechnet; das Uebermaß der Leidenſchaften bleibt ihm fremd; er erhebt ſich nie zur Begeiſterung und läßt ſich nicht von der Verzweiflung bedrängen. Bleibt er allein, ſo wird ſein Leben wahrſcheinlich ſo geräuſchlos, wenn nicht ſo rein dahin gleiten, wie der freundliche Bach, welcher ſich ungehört an dem Fuße ſeiner Beſitzung entlang windet. Es iſt ſchon tauſendmal bemerkt worden, die Gebirgsbewohner hingen inniger an ihrer Heimath, als die, welche in Niederungen wohnen; ich bezweifle jedoch die Richtigkeit dieſer Anſicht. Wer ſeiner Heimath und ſeinem gewöhnlichen Lebensgange entriſſen wird, ſehnt ſich darnach zurück der Bewohner der Ebene ſo gut, wie der des Gebirgs. Jener dürſfte wohl unter den Felſen und Waldſtrömen, den wilden Thieren und den eben ſo wilden Jägern eben ſo unglücklich ſeyn, wie der letztere in der arbeitſamen Ruhe der fruchtbaren Thäler.

Wie dem aber auch ſein mag die Brüder, deren Bekanntſchaft der Leſer eben gemacht hat, theilten in hohem Grade den Charakter der Szenerie ihrer Geburts⸗ gegend, und nur gewiſſe Eigenthümlichkeiten in ihrer Lage brachten einige Verſchiedenheit hervor. So friedlich die Beſitzung, die ſie inne hatten, und der Anblick ihrer ganzen Umgebung war, ſo hatten ſie doch nicht immer in dem Schooße der Sicherheit geruht. Auf dreißig bis vierzig Meilen nach jeder Richtung hin ſtreiften mehrere Indianer⸗Stämme umher, deren wilder, ruheloſer und rachſüchtiger Charakter ihre Freundſchaft eben ſo unzuver⸗