XXVIII
Allenthalben vermißt man noch an Höfen und auf Thronen, gerade für die ganze eine Hälfte des Lebens, alle Hofluſtbarkeiten, Spektakel und Hoffeſte, und nur die andere hat dergleichen ei⸗ nige, die wachen; ſo daß mithin die ſchlafende noch ein ganz unentdecktes Amerika, oder eine neue Welt der Himmelkugel oder Glücklugel blieb, weil hohen Herrſchaften in der Kunſt, allezeit fröhlich zu ſein(der ars semper gaudendi), jeden Tag zehn Stunden fehlen, wenn nicht mehre. Da⸗ gegen gibt's nun kein anderes Mittel, weil der Hof nicht in einem fort für das Vergnügen wach bleiben kann, als einen geſchickten Vorträumer, der's den Frommen im Schlafe beſcheert. Ein ſolcher wäre als der wahre eigentliche maitre de plaisirs für die Nacht anzuſtellen, wo jeder ſeine Himmelfahrt nach dem Betthimmel hielte und in der Ruhe das rechte rheiniſche Luſtſchloß mon Re⸗ pos anträfe. Da nun ein Traum⸗ und Nacht⸗ freudenmeiſter oder Intendant de plaisirs lauter Freuden anordnete, die keinen einzigen Gulden koſteten— weil alle unmittelbar von Gehirn an
Gehirn abgeliefert werden— ſo könnten auch die


