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Das geiſtige Auge wird durch das körperliche vorgebildet, das die Thränenwege täglich befeuch⸗ ten müſſen, damit die Thränen ihm Beweglichkeit
geben, die Lichtſtärke mildern, und aus ihm
fremdartige und feindſelige Körper ſanft forttrei⸗ ben. Wir bemerken es nicht, daß wir eigentlich den ganzen Tag weinen— ich rede vom körper⸗ lichen Auge.
Aber doch unterſcheidet die Leiden. Die ei⸗ ner ſchönen Seele ſind Maifröſte, welche der wärmern Jahrzeit vorangehen; aber die Leiden einer harten, verdorbenen ſind Herbſtfröſte, welche nichts verkündigen, als den Winter.
Jede ſchwere Leidens⸗Laſt erſcheint uns als eine Niederdrückung und Verſenkung auf immer, als ein angehangener Grabſtein, welcher den Ver⸗ urtheilten in die Tiefe ziehen ſoll; aber vergeſſen wir denn„ daß die Laſten ſo oft nur Steine ge— weſen, die man Täuchern anhängt, damit ſie her⸗
abkommen zum Auffiſchen der Perlen, und dann „
bereichert aufgezogen worden?
Die Freude fliegt als ein ſo ſchoͤn farbiger, ſchmei⸗ chelnder, nichts verletzender Goldfalter um uns;


