Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1820)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

209

cher Deutſche ein Gefühl, wie es den Reiſen⸗ den auf dem höchſten Gebirge faßt, drückt und hebt, wenn vor ihm unten die Erde als eine ver⸗ floſſene Nebel⸗Ebene und als ein verſtummter Schauplatz liegt, und über ihm der Himmel ſchwarzblau ohne ein Leuchtwölkchen ſteht, aber ihn aus dem dunkeln Abgrunde blitzend anſchauet, blos mit einer einzigen, ſcharfen, kalten Sonne. Denn ſo ſtehet das Auge eines aufgeſtiegenen Ge⸗ nius in der Ewigkeit und ſieht uns an......

Unſer noch ſo junges neunzehntes Jahrhun⸗ dert ſcheint für uns Deutſche das Sterbejahr des vorigen zu ſein, wenigſtens das der Großen, die uns Dichter oder Weltweiſe waren; denn geboren, d. h. erſchienen, iſt uns aus den in einander faſ⸗ ſenden Enden beider Jahrhunderte noch kein Er⸗ ſatz. Aber wozu die ganze Betrachtung, oder überhaupt jede Trauer um verlorne Geiſter, zu welchem Nutzen? Zum Nukzen derer, die wir noch haben, indem wir nämlich unſere Trauer durch das Schonen und Achten der Genien aus⸗ drücken, welche entweder als neue Himmelkörper

I. 14