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vollem Ernſte,—„ſag' mir nur, weßhalb ich ihre Stimme höre!... Erkläre mir nur, warum mir immer iſt, als ſitze ſie am Piano und ſinge!...“
Ich wunderte mich auch über die ſeltſame Um⸗ wandlung, welche in ſeiner Einbildungskraft allmälig mit der theuren Verewigten vor ſich ging. Aus einer im Grunde ziemlich unvollkommenen Frau, die in ihrem Wollen und Thun launiſch und nicht allzu verſtändig war, die ihn zuweilen in ſeinen liebſten Ideen verletzt hatte, ward ſie nachgerade für ihn ein Engel, von dem er nur als einem höhern himmliſchen Weſen ohne Fehler und Makel, voll innerer und äußerer Schönheit ſprach. Die Todten haben doch ein wunderbares Vorrecht! ihr Hingang verwiſcht alle ihre Schattenſeiten, und unſer Schmerz läutert und verklärt den Gegenſtand, den er ſich zum Abgott, zum Ziel der liebenden Verehrung erkoren.
Pierce— dieſen Namen hatte man nämlich Lau⸗ ra's Kinde gegeben,— wuchs unter den Augen ſei⸗ nes Vaters heran, und ward in der Verehrung des Gedächtniſſes ſeiner Mutter erzogen. Es war ein gutes, wackeres, edles Kind.—„Ein echter Ran⸗ dal!“ ſagte Muhme Thomaſine.„Nie ſpricht er eine Unwahrheit; nie hört man von ihm eine Feig⸗ heit... Alle lieben und verehren ihn, Menſchen und Thiere... Das Sprichwort hat Recht, daß drei Generationen erforderlich ſind, um einen Edel⸗ mann zu machen!... Seht mir einmal den Jun⸗ gen an! ſein Großvater war ein Gewerbsmann, ſein Vater ein Kaufmann, und er trägt dennoch ſeinen Adelsbrief auf die Stirne geſchrieben!“— Es lag etwas Wahres in dieſem Panegyrikus der alten


