163
entgegnete mir nach einer kleinen Pauſe:„Sie haben vielleicht Recht, Schwägerin! Wohlan denn! ſagen Sie mir's unumwunden: habe ich auch Alles das gethan, was ich thun mußte, um Hugh glücklich zu machen?“
„Antworten Sie ſich doch ſelbſt auf dieſe Frage Laura!“ ſagte ich.
„Zuweilen muß ich ſie mir verneinen. Und wenn ich jetzt...“ Sie hielt plötzlich erſchrocken inne.
„Nunl! vollenden Sie doch!“
...„Wenn ich jetzt ſterben würde!...“
„Ei, gehen Sie!... Warum hängen Sie doch ſolchen thörichten Befürchtungen nach?... Hugh würde es Ihnen nicht verzeihen, wenn Sie ſtürben!“
„Er? O, Sie täuſchen ſich— er gibt mir Alles!“ rief ſie mit freudigem Stolze.
Hugh kam in dieſem Augenblick die Treppe her⸗ auf, und ich gab Laura ein Zeichen, das Geſpräch abzubrechen. Mein Bruder war etwas bleich als er in's Zimmer trat.„Nun, Laura!“ hub er an und ſuchte einen Seufzer ſo gut wie möglich zu unter⸗ drücken,—„ich habe nun einen Kaufsliebhaber für Thorney gefunden!“
Laura ward plötzlich ganz dunkelroth und rief: „O, warte nur noch einige Wochen. Um Gottes⸗ willen, beeile Dich nicht damit!“
„Das wäre ſchon gut,“ verſetzte Hugh,„aber ich muß verkaufen!“
„Und durch meine Schuld!“ rief Laura und ſenkte das Haupt. 1
„O ſo ſchweige doch, mein Kind!“ rief mein


