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Thorney-Hall : Geschichte einer alten Familie / von Holme Lee ; aus dem Englischen von Carl Müller
Entstehung
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waren tauſend mehr oder weniger abgeſchmackte Ge⸗ rüchte über ſie in Umlauf; man beſtürmte den alten Pfarrer von Thorney mit Erkundigungen und Fragen ihretwegen, weil er den beiden Stiefbrüdern der Miß Griſſell die erſten Anfangsgründe des Lateini⸗ ſchen beizubringen hatte; allein weder er noch ſeine Tochter Mary, die Einzige, welche mit der Schloß⸗ herrin in vertrauterem Umgange ſtand, wollten der Neugierde und Klatſchſucht der Nachbarſchaft die ſehn⸗ lichſt erwartete Nahrung verabreichen. Allmälig ge⸗ wöhnte man ſich daran, Miß Randal als eineex⸗ centriſche Perſon zu behandeln, von welcher ſich jeder nach Belieben eine mitleidige oder lächerliche, eine tadelnswerthe oder Mißtrauen⸗erweckende Vor⸗ ſtellung machen konnte. Auch das Schloß ſelber kam in Verruf. Die Leute aus dem Dorfe wagten ſich. nach Einbruch der Nacht nicht mehr gerne in die öde, einſame, düſtere Allee vor demſelben. Miß Griſſell übrigens verfolgte unabläſſig die Ausführung ihrer Pläne, ohne ſich im Mindeſten um das Ge⸗ ſchwätz der Leute zu bekümmern: ſie beendete die Erziehung ihrer beiden Brüder. Der älteſte davon, Godfrey, erhielt eine Fähndrichſtelle im Heere. Der jüngere, Percival, welcher für den geiſtlichen Stand beſtimmt war, beendigte ſeine Univerſitätsſtudien. Die böſen Zungen der Gegend verfehlten aber nicht zu bemerken, nachdem der junge Fähndrich erſt we⸗ nige Monate zum Heere abgegangen war, daß Miß Randal's Benehmen eine vollſtändige Umwandelung erlitten hatte: ſie war noch ungeſelliger als jemals und ſchien auch noch unruhiger; ihre gedrückte ſor⸗ genvolle Stimmung ließ ſie noch älter erſcheinen,