Der Garten von Thorney⸗Hall iſt nach Süden gelegen und ſchaut daher gerade nach dem Thale herunter, und auf dieſer Seite liegen auch die Wohn⸗ gemächer des Schloſſes. Das große Einfahrtthor mündet nach Weſten. Im Ganzen genommen ver⸗ liert dieſes ſtolze Gebäude, das aus der Ferne be⸗ ſchaut ſo majeſtätiſch ausſieht, bei näherer Unter⸗ ſuchung ſehr, und ſtellt ſich nur als eine Anhäufung
von unregelmäßigen, und man möchte beinahe ſagen
unzuſammenhängenden Gebäuden dar. Nur ſeine
Lage, ſein alterthümliches Ausſehen und die präch⸗ tigen Bäume, welche es umgeben und zur Hälfte verſtecken, verleihen ihm ſeinen wahrhaft maleriſchen Charakter. Dieſes burgartige Herrenhaus iſt jedoch
trotz ſeines kriegeriſchen Ausſehens eine behagliche, wohlunterhaltene und friedliche Wohnung. Vergebens
würde man im feinen Sande der Allee, welche vom großen Außenportal(das Greifen als Schildhalter überragen) durch den Schloßhof bis zum eigentlichen
Schloßportal führen, die Spur eines Wagenrades
ſuchen. Die Raſenplätze zwiſchen den Gruppen ur⸗
alter Bäume ſind glatt und dicht wie Sammet, die
Hecken von Lorbeer und Stechpalmen, welche die
übereinanderliegenden Gartenterraſſen einfriedigen,
ſind mit mathematiſcher Genauigkeit beſchnitten; und auf dem nicht bepflanzten Raum des Gartens ver⸗ ſchlingen ſich kleine, ſorgſam mit Buchs eingefaßte
Pfade in tauſenderlei launiſchen Krümmungen.
So iſt Thorney⸗Hall heutzutage.— Ganz an⸗ ders aber war es anzuſchauen ums Jahr 1775. Ralph Randal— oder der Squire Ralph, wie ihn ſeine Nachbarn vertraulich nannten— ließ es ſich


