Teil eines Werkes 
2. Theil (1817)
Entstehung
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milder Anſehn bekam. Dieſelbe bleiche Farbe, derſelbe Kampf der Zuͤge, daſſelbe Entſetzen im Blick, zeigte ſich mehrere Minuten lang, waͤhrend er vor Kummer und Schwaͤche in die Erde zu ſinken ſchien, und ſie wie den Geiſt eines verſtorbenen Freundes anſchaute. Sich ein wenig von der erſten furchtbaren Beſtuͤr⸗ zung erholend, nahte ſich Honoria einige Schrit⸗ te, indem ſie ausrief:„Edgar! guͤtiger Him⸗ mel, mein Bruder! was—,

„Bruder!“ wiederholte er im Ton der bitterſten Angſt, und auf den Fenſterſitz ſin⸗ kend, ſtoͤhnte er laut; dann ſchuͤttelte er fort⸗ waͤhrend das Haupt, als kaͤmpfte ſein Ver⸗ ſtand mit der Verzweiflung, wobei er mehrere⸗ mal ihr ein Zeichen, ſich zu entfernen, machte. Sie glaubte in dieſem Augenblick wirklich, beide Bruͤder litten an Geiſtes Zerruͤttung, denn auf keine andre Weiſe konnte ſie ein ſo gaͤnzlich vorwandloſes Betragen erklaͤren. Die Art, wie er das Wort Brauder, ausſprach, ließ ſie ſchließen, daß der Majer vornehmlich gegen

Guerilla⸗Anf. II. 3