25 fühlten ſie ſich wenig geneigt, der aufgehenden Sonne Gerechtigkeit wiederfahren zu laſſen, oder den belebenden Einfluß des jungen Tags an⸗ zuerkennen. Ella wußte kaum, ob Sonne oder Mond ſchien, ihr ganzer Sinn war auf das gerichtet, was ſie am Diel ihrer Reiſe zu thun
hatte, und wie ſie ferner handeln wolle, wenn
es ihr auf dieſem Weg nicht gelang. Hono⸗ ria fuͤhlte ſich wohl in etwas durch den Hauch des Morgens erfriſcht; doch obgleich muͤde und bewegt von naͤhern Veranlaſſungen, flogen
ihre Gedanken doch unaufhaltſam dem Ehfern⸗
ten zu, und ſie weinte von Herzen.
Um acht Uhr hielten ſie an und fruͤhſtuͤck⸗ ten, wegen der Pferde zu einem kurzen Ver⸗ zug genoͤthigt, den ſie ſonſt ſich nicht wuͤrden verſtattet haben, wiewohl Honoria die Notch⸗ wendigkeit, etwas zu genießen, empfand; allein Ella konnte nur wenig zu ſich nehmen, denn das Bild eines ſterbenden Gatten, und der
lebhafte Wunſch weiterzureiſen, verdraͤngten je⸗
des Beduͤrfniß in ihr.


