Teil eines Werkes 
6. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

362

Zu Hauſe, bei mir.

Ihre Wohnung?

neberall und nirgends. Ich eſſe auf der Straße, ich ſchlafe auf der Straße, neben meinem Kinde, das ich erwaͤrme. Geſtern wollte ich mich erſaͤufen, und verzweifelt, wie ich war, ſtreckte ich einem Voruͤber⸗ fahrenden die Hand hin. Arbeite! ſagte er mir mit Nohheit. Geben Sie mir Arbeit! erwiederte ich. Komm! Ich folgte dem Reichen; er befahl mir, einen großen Korb mit feinen Weinen nach ſeiner Wohnung in der Sanct Georgenſtraße zu tragen. Ich machte zu Fuß, ohne Schuhe, eine Lieue hinter ſeinem Cabriolet, und kam athemlos an. Da, ſagte der reiche Mann, Deine Bezahlung! Und ich bekam zwoͤlf Sous. Der reiche Mann hatte mich wenigſtens um zwoͤlf Sous gebracht. Mein Sohn, wir waren fuͤr eine Nacht geborgen, und ich verſchob meinen Entſchluß, mich zu erſaͤufen, auf morgen. Das iſt heute.

Der ſonderbare Bettler wollte mir entrinnen; ich hielt ihn feſt. Hier ſind zehn Franken.Ach, mein Herr, damit und zuweilen zwoͤlf Sous von ſo reichen Leuten, wie der in der Sanct Georgenſtraße, werde ich einen Monat leben und mein Sohn wird Brod eſſen.

Er war wirklich auf einige Tage geborgen, der Bettler Moͤrder Gluͤcksritter; vielleicht konnte er auch an einem heißen Kamin die kleinen rothen er⸗ ſtarrten Haͤndchen ſeines Kindes waͤrmen; ich wuͤnſchte